
Solarcamp: Klimahandwerk trifft Schule
Die extremen Temperaturen zu Beginn der Solarcamp -Woche unterstrichen eindrucksvoll, worum es neben technischen Details und praktischen handwerklichen Erfahrungen der Teilnehmer*innen beim Solarcamp eigentlich geht: wir stecken mitten im Klimawandel und die Folgen sind längst spürbar bei uns angekommen – jetzt ist der Moment, aktiv etwas dagegen zu tun. Als Spin-off-Projekt der regulären Solarcamps (Link) hat sich das Solarcamp Ulrepforte im letzten halben Jahr von einer Idee zu einer kompletten Workshop-Woche am Schuljahresende exklusiv für unsere Schüler*innen entwickelt, unterstützt von ehrenamtlichen Mitgliedern der „Solaroffensive Köln“, einer zivilgesellschaftlichen Gruppe, die sich für die Verbreitung der Solartechnik einsetzt.
12 Schüler*innen unseres BK aus ganz unterschiedlichen Bildungsgängen wie Berufsfachschule, Berufsschule Dachdecker/in und Tischler/in schlossen den einwöchigen Workshop erfolgreich ab und konnten ein Zertifikat mitnehmen, das ihnen Grundkenntnisse in Theorie und Praxis der Photovoltaik ausstellte. Ronald Biallas, Gerhard Regitz, Josef Peuker und Bernd Blaschke von der Solaroffensive Köln erklärten anschaulich und geduldig, wie Photovoltaik eigentlich funktioniert, was man beim Umgang mit elektrischem Strom beachten muss und wie eine PV-Anlage geplant wird. Teilweise im „aktiven Ruhestand“, ist es diesen Menschen wichtig, ihre Erfahrung und ihr Wissen weiterzugeben, damit die Enkelgeneration noch eine lebenswerte Umwelt erfahren kann.
Zum Einstieg in das Thema erneuerbare Energie besuchten wir das Energiekompetenzzentrum in Kerpen-Horrem (LINK), wo Markus Steinkötter uns fachkundig einen Überblick über den Klimawandel und den Stand der Energieversorgung lieferte, und den Besuchern ganz praktisch alternative Strom- und Heizanlagen demonstrierte: von der Solarthermieanlage über die Pelletheizung zur Wärmepumpe.
Nachdem wir Anfang der Woche unsere Übungsdächer aufgebaut hatten, konnten die Teilnehmer*innen anschließend selbst Hand anlegen: Dach einlatten, eindecken und PV-Unterkonstruktionen auf verschiedenen Untergründen wie Steildach oder Flachdach montieren. Auch das Balkonkraftwerk wurde erklärt – eine kostengünstige und einfache Art, auch als Mieter seinen eigenen Strom zu erzeugen.
Bei der praktischen Umsetzung wurde das Camp von Dachdeckermeister Peter Frings von der Firma „Dach und Wand aus einer Hand“ (LINK) unterstützt. Er hatte zufällig von der Camp-Idee erfahren und spontan seine Hilfe angeboten und zudem die Firma Lorenz Montagesysteme (LINK) an Bord geholt, die großzügig Material zur Verfügung stellte. Unter anderem bauten sie ein Messemodell eines Gründachs mit Solaranlage in unserer Werkhalle auf, dass die Teilnehmer*innen des Camps im Lauf der Woche verschiedenen Besuchern selbst erklären konnten. Das Dachdeckerhandwerk zeigte Interesse am Camp und berichtete in seiner Verbandszeitung DDH (LINK), und der Obermeister der Dachdeckerinnung Bergisches Land schaute ebenfalls vorbei.
Mit diesem großartigen Support konnte schon fast nichts mehr schief gehen!
Am vorletzten Tag durften die Solarcamper als Planer*innen ihr neues Wissen aktiv umsetzen und für Dachflächen des Schulgebäudes Solaranlagen inklusive Materiallisten und Preisen kalkulieren. Es war toll mitanzusehen, wie besonders die Schüler*innen der BFS sich hier in das Thema „reingekniet“ haben und eine durchdachte Planung ablieferten. Respekt!
Die Ergebnispräsentation und Rückmeldungen zur Woche zeigten uns, dass alle TN etwas aus der Woche mitnehmen konnten und das Konzept weitgehend aufgegangen war. Auch beim anschließenden Rückbau waren viele fleißige Hände im Einsatz, so dass beim gemeinsamen Abschluss-Mitttagessen alle zufrieden auf eine erfolgreiche Woche zurückblicken konnten. Fortsetzung folgt!
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